Mehr als Sehenswürdigkeiten – 3 besondere Orte auf Mallorca
Nicht jeder Ort, den man besucht, bleibt hängen. Manche beeindrucken, aber verblassen. Andere wirken nach.
Auf meiner Reise nach Mallorca habe ich drei besondere Orte gefunden, die mehr waren als Sehenswürdigkeiten.
Vielleicht geht es dir ähnlich. Vielleicht findest du dort auch etwas, ganz für dich.
Banys Árabs – Mallorcas maurisches Erbe im Herzen Palmas
Die Banys Árabs gehören zu den wenigen Überresten der arabischen Zeit auf Mallorca (902–1229 n. Chr.) und lassen dich mitten in Palma für einen Moment in eine andere Welt eintauchen. Vermutlich waren sie einst Teil des Palastes eines maurischen Adeligen und stammen somit vermutlich aus dem 10. Jahrhundert.

Die zwei erhaltenen Räume hatten unterschiedliche Funktionen. Der erste eher schlichte Raum diente einst als Umkleide- und Kälteraum. Besonders eindrucksvoll ist jedoch der 2. Raum, das Tepidarium (Warmbad), mit seiner halbkugelförmigen Ziegelkuppel. Zwölf Säulen, die teilweise aus römischen Bauwerken wiederverwendet wurden, tragen die Konstruktion. In der Kuppel sorgen fünf kreisrunde Oberlichter für ein besonderes Lichtspiel, das den Raum ruhig, mystisch und somit irgendwie zeitlos wirken lässt. Ursprünglich wurde der Raum über unterirdisch fließendes heißes Wasser leicht beheizt und diente als lauwarmes Bad. Anders als in römischen Caldarien wurde es hier nicht heiß, sondern angenehm temperiert, ideal zum Entspannen.

Auch der typische Hufeisenbogen (Maurischer Bogen), durch den man den Garten betritt, verstärkt das orientalisch-arabische Ambiente.

Neben dem Gebäude liegt ein Garten mit Sukkulenten, Palmen und schattigen Sitzplätzen. Im Winter war ich hier für eine ganze Weile die einzige Besucherin, ich hatte Zeit, mir den Raum in Ruhe anzuschauen, zum Fotografieren, Licht beobachten, Durchatmen. Dieser Ort ist eine echte kleine Oase mitten in der Altstadt und perfekt für eine ruhige Pause. Nur ein Kaffee hätte noch gefehlt.

Banys Árabs
📍 Adresse: Carrer de Can Serra 7, Palma
🕒 Öffnungszeiten:
Montag – Samstag: 10:00 – 18:00 Uhr
Sonntag: 10:00 – 19:00 Uhr
(Die Öffnungszeiten können sich z. B. saisonal ändern – bitte vorab prüfen.)
💰 Eintritt: ca. 3,50 € (Kinder bis 10 Jahre frei)
💡 Tipp: Vorsichtshalber Bargeld mitnehmen – bei mir war keine Kartenzahlung möglich.
✨ Tour-Tipp: Jeden Montag von April bis Oktober kannst du dir hier eine andere Seite von Palmas Altstadt kennenlernen. Die arabischen Bäder gehören auch zu dieser Tour.*
Palacio Real de la Almudaina – königliches Flair mit Meerblick
Der Palacio Real de la Almudaina in Palma stammt ursprünglich aus derselben Epoche wie die Banys Arabs, wurde jedoch im 14. Jahrhundert von König Jaume II. im gotischen Stil umgestaltet. Heute dient der Palast als offizielle Sommerresidenz der spanischen Königsfamilie, und ist in weiten Teilen für Besucher:innen zugänglich.

Von außen wirkt der Palast eher wie eine karge Festung. Doch sobald du das Innere betrittst, entfalten sich hohe Räume mit gotischen Bögen, stillem Hof und Mittelmeerblick. Ein schöner Kontrast, den man nicht erwartet.

Beim Rundgang passierst du Arbeitszimmer, königliche Gemächer, den Thronsaal und eine Kapelle.

Auch wenn nicht jeder Raum prunkvoll ausgestattet ist, lohnt sich der Besuch, wegen der Architektur, Details wie geschnitzten Möbeln und Wandteppichen, und der ruhigen Stimmung. Immer wieder öffnen sich dabei Blicke auf den Innenhof oder das Meer. Wer sich etwas mehr Kontext wünscht, kann sich darüber hinaus an der Kasse einen Audioguide ausleihen (nicht im Preis inbegriffen).

Ich war im Winter dort, es war ruhiger als erwartet. Gerade weil hier Atmosphäre wichtiger ist als Ausstellungsmenge, finde ich, lohnt sich der Besuch außerhalb der Saison besonders.
💡Mein Tipp: Die Almudaina liegt direkt neben der berühmten Kathedrale La Seu, eine perfekte Kombination.
Palacio Real de la Almudaina
📍Ort: Carrer del Palau Reial, Palma
🕒 Öffnungszeiten:
• Dienstag–Sonntag: 10–18 Uhr (Winter) / 10–19 Uhr (Sommer)
• Montag: geschlossen
• Hinweis: Kann bei offiziellen Anlässen geschlossen sein (vorher online prüfen)
💰 Eintritt: ca. 7 € (ermäßigt: 4 €)
💸 Spartipp:
• Mittwochs & sonntags ab 15:00 Uhr: freier Eintritt für EU-Bürger
• Menschen mit Behinderung (ab 33 %): ebenfalls kostenfrei
• Letzter Einlass: eine Stunde vor Schließung
Fornalutx – das vielleicht schönste Dorf Mallorcas
Fornalutx ist ein kleines Bergdorf mit rund 700 Einwohner:innen im nördlichen Tramuntana-Gebirge. Oft wird es als das schönste und authentischste Dorf Mallorcas beschrieben. Wenn man einmal durch die steinernen Gassen spaziert ist, versteht man schnell, warum.

Die Häuser aus sandfarbenem Naturstein schmiegen sich an den Hang, verbunden durch ein Netz aus engen, verschlungenen Gassen, die mal bergauf, mal bergab führen, manchmal mit Treppen, manchmal einfach gepflastert. Überall blüht es in Terrakottatöpfen, Zitronen- und Orangenhaine umgeben das Dorf. Über allem liegt der Blick auf die mächtigen Berge der Serra de Tramuntana. Liebevolle Details zeigen zudem, wie sehr sich die Bewohner:innen von Fornalutx um ihr Dorf kümmern. Ob es die sauberen Gassen sind, die bepflanzten Tontöpfe auf den Fensterbänken oder kleine Schilder mit handgemalten Hausnummern, überall spürt man, dass hier mit Herz gestaltet wird.
Im Ortskern gibt es einen kleinen Platz mit gastronomischen Betrieben, perfekt für eine kurze Pause zwischen den Spaziergängen. Katzen dösen in der Sonne, es duftet nach Zitrusfrüchten und Pinien, Idylle pur. Nur wenige Schritte vom zentralen Platz entfernt steht die Casa de la Vila, das historische Rathaus. Gleich daneben: ein Wehrturm aus dem 17. Jahrhundert, der einst zur Abwehr von Piraten diente. Heute ist er ein stilles Symbol für die lange Geschichte dieses kleinen Ortes.

Fornalutx zählt offiziell zu den schönsten Dörfern Spaniens und ist Teil der Vereinigung Los Pueblos más Bonitos de España. Zudem liegt es inmitten der UNESCO-geschützten Serra de Tramuntana, einer Kulturlandschaft, die für das harmonische Zusammenspiel von Mensch und Natur ausgezeichnet wurde. Die Terrassen, Trockenmauern und Wege rund um das Dorf entstanden über viele Generationen hinweg, mit Techniken aus römischer Zeit, verfeinert durch islamische Landwirtschaft. Deshalb prägt besonders der Olivenanbau die Region bis heute.

Mein persönliche Erfahrung mit Fornalutx im Winter
Als ich das Dorf besuchte, wollte ich eigentlich stilecht mit dem berühmten Tren de Sóller anreisen. Doch wegen Wartungsarbeiten fuhr die alte Holzbahn an diesem Tag nicht, also nahm ich den Bus am Plaça d’Espanya, stieg in Sóller um und erreichte Fornalutx schließlich am frühen Nachmittag.

Kurz darauf erkundete ich das Dorf, machte viele Fotos, bewunderte die Natur und genoß die entspannte, ruhige Atmosphäre. Am kleinen Platz im Zentrum, gleich neben dem Rathaus, kehrte ich dann in ein Restaurant ein und bestellte ein typisch spanisches Gericht: Tortilla de Patatas, ein Omelett aus Kartoffeln, Eiern und Gemüse. Während ich aß, leistete mir eine Katze Gesellschaft und rollte sich zufrieden neben meinem Stuhl zusammen.
Als ich mich nach einer Weile schließlich auf den Rückweg Richtung Bushaltestelle machen wollte, beschloss ich spontan, zu Fuß zurück nach Sóller zu laufen, motiviert von der Schönheit der Umgebung. Der Weg war ein wenig abenteuerlich, aber wunderschön. Ich wanderte vorbei an eingezäunten Zitronenplantagen, hüpfte über große Steine, um einen Bach zu überqueren und war mir zwischendurch nicht ganz sicher, ob ich mich noch auf einem offiziellen Wanderweg befand (ich weiß es bis heute nicht). Selten, doch ab und zu begegneten mir vereinzelte Wanderer, das beruhigte mich.

Man muss sich einfach ein bisschen frei machen von unseren ordentlich ausgeschilderten, perfekt gepflegten Wegen in Deutschland. Im Gegensatz dazu ist es hier wilder – und genau das macht den Reiz aus. Immer wieder blieb ich stehen, um die Aussicht auf die Berge in mich aufzusaugen. Die Luft war so klar und frisch und nur selten unterbrach ein Motorengeräusch in der Ferne, die Stille. Riesige Kakteen, höher als ich, säumten den Weg. Wachhunde beobachteten mich neugierig, während ich eine kleine Häuseransammlung durchquerte.

Nach etwa 1,5 Stunden erreichte ich schließlich den Stadtplatz in Sóller – eine wunderschöne kleine Stadt mit beeindruckender Kirche, charmanten Geschäften, Cafés und einer historischen Atmosphäre. Eigentlich wollte ich mir auch noch den bekannten Hafen ansehen (Port de Sóller), aber dafür reichte die Zeit an diesem Tag leider nicht mehr. Ich stieg in den Bus, müde, aber glücklich, der Rückweg zu meinem Hotel war zum Glück nicht mehr weit.

Gut zu verbinden: Wanderlust und Mandelblüte
Da Fornalutx relativ klein ist, lässt es sich wunderbar mit anderen Ausflügen verbinden, zum Beispiel direkt in eine kleine Wanderroute einbauen. Der Weg durch die Barranc de Biniaraix, der nach Sóller oder ins Hochgebirge führt, ist ein echter Klassiker. Auch die Mandelblüte im Januar und Februar macht die Region zu dieser Jahreszeit besonders magisch.
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Ebenso lässt sich ein Besuch in Fornalutx mit einem Ausflug nach Deià, zum Hafen von Sóller oder zur Tramuntana-Küstenstraße verbinden – je nachdem, wonach dir der Sinn steht: Meer, Berge oder Geschichte.
Du kannst die Gegend alleine erkunden, aber es gibt auch die Möglichkeit, den Ausflug mit einer gebuchten Aktivität zu verbinden. Besonders spannend finde ich den Besuch eines traditionellen Olivenhains mit Verköstigung* im Tramuntana Gebirge oder die Mandelblüten Tour mit dem Minivan*.
Anreise
🥾 Zu Fuß:
Wunderschöne Wanderwege verbinden Fornalutx mit Sóller, Biniaraix oder den Bergen der Serra de Tramuntana.
Tipp: Der Rückweg zu Fuß lohnt sich – auch spontan.
🚗 Mit dem Auto:
Parkplätze gibt es am Ortseingang, das Zentrum ist autofrei.
🚍 Mit dem Bus:
Nach Sóller gelangst du per Bus (Linie 204, ca. 30 Minuten) von der Estació Intermodal.
Ab Sóller fährt regelmäßig ein Bus nach Fornalutx (Linie 232, ca. 15 Minuten).
🚋 MIt dem historischen Tren de Sóller :
Fährt nur bis Sóller. Startet am eigenen Bahnhof am Plaza de España in Palma.
Fahrten vorher auf Webseite prüfen.
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