Ratzeburg im Herbst entdecken – Spaziergänge, Cafés & der Dom am See
Was mich an Ratzeburg fasziniert hat ist, dass die kleine Inselstadt in Schleswig-Holstein gleich von vier Seen umgeben ist. Dem Ratzeburger See, dem Großen und Kleinen Küchensee und dem Domsee.
Drei Dämme verbinden die Insel mit dem Festland. Einer davon sogar komplett autofrei.
Ich habe Ratzeburg in der kühleren Jahreszeit als perfekten, stillen Erholungsort kennengelernt.
Klare Luft, wenig Menschen, viel Ruhe und Natur.
Durch viele Spaziergänge und Zeit konnte ich den Ort Stück für Stück erkunden.
Vier Wochen habe ich hier im Herbst verbringen dürfen. Dabei habe ich Ratzeburg fest ins Herz geschlossen.
Warum ich dir die Domstadt, gerade zu dieser Jahreszeit empfehlen kann, erfährst du hier.
Herbstidylle rund um den See
Besonders schön fand ich die Wander- und Spazierwege um die Küchenseen. Umgeben sind die Seen zu großen Teilen von Wald. Hier kannst du wunderschön spazieren gehen und findest immer wieder tolle Fotomotive und Ausblicke auf den See. An Stegen und Bänken kannst du Halt machen und den Blick weit schweifen lassen.
Nach Regentagen solltest du auf jeden Fall feste Schuhe evtl. sogar Gummistiefel* anziehen.
Es kann hier ganz schön matschig und rutschig werden.
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Die nur für Fussgänger und Fahrradfahrer zugängliche Allee, vom Festland auf die Insel, hat mich mit ihrem prächtigen Herbstlaub überwältigt. Der ganze Weg leuchtete hellgelb und die Seen blitzen auf beiden Seiten, durch die Baumreihen.
Gleichzeitig gibt einem die tief stehende Sonne über dem Wasser noch einmal die Illusion von einem Sonnenuntergang an Sommertagen. Vor allem an den mit Sand aufgeschütteten Seeabschnitten auf der Insel.

Auszeit auf der Insel und Kürbissuppe mit Ausblick
Die Insel selber kannst du auch super zu Fuß umrunden.
Sie ist nicht an allen Stellen bis zum See hin zugänglich.
Dafür wirst du mit tollen Ausblicken belohnt. Vom höher gelegenen Gelände des Ratzeburger Doms und den wunderschönen Altstadthäuschen, in den Straßen darunter.
Die komplette Umrundung zu Fuß, ohne Stopps, ist in 1-2 Stunden möglich.
Aber du solltest unbedingt Stopps einlegen, und zwar beim Café Köpke in der Reeperbahn.

Ja, die Straße heißt tatsächlich so. Reepe ist nämlich das niederdeutsche Wort für Seile. Reeperbahn beschreibt nur eine Straße, in der Seile geknüpft wurden. Es hat nichts mit dem Rotlichtmilieu in Hamburg zu tun.
In diesem sehr kleinen, aber liebevoll eingerichteten Café, habe ich eine richtig leckere Kürbissuppe gegessen.
Auf der Terrasse konnte ich die letzten Sonnenstrahlen genießen.
Mit Blick über den See und die anliegenden Booten, eingewickelt in einer Fleecedecke*.
So klein wie das Café Köpke ist, ist auch die Speisekarte. Hauptspezialität sind Ackerkartoffeln in verschiedenen Varianten und Pizza.
Aber es gibt auch immer wieder saisonale Angebote wie meine Kürbissuppe.
Da das Café sehr beliebt ist, sollte man Zeit und Geduld mitbringen.
Wie sowieso immer, denn Stress bringt niemanden weiter.
Ich glaube die Ratzeburger Gelassenheit hat bei mir schon gewirkt.
Der Ratzeburger Dom – nordische Wärme und Zurückhaltung
Für mich auf jeden Fall auch einen Besuch wert ist der Ratzeburger Dom.
Er gehört zu einem der vier Löwendome (Ratzeburg, Lübeck, Schwerin und Braunschweig – beauftragt von Heinrich dem Löwen).
Das rote Backsteingebäude, mit den türkisen Kupferdächern und weißen Mosaikdetails, sticht aus seiner grünen Umgebung heraus.
Die Kirche ist an sich schlicht gehalten. Doch bekommt sie, durch die Rundungen der Rundfenster, Rundbögen und die fast organisch wirkenden, eingelassenen Verzierungen und Muster, fast etwas Ursprüngliches. Nicht aufgesetzt prunkvoll, sondern ruhig, natürlich und einladend.

Das Gefühl setzte sich auch im Inneren des Doms für mich fort.
Durch die weiße Decke, den roten Backstein, das natürliche Holz und den Bast der Kirchenstühle, wirkt es warm, hell und freundlich.

Der vergoldete, beeindruckende Kronleuchter und die bronzefarbenen,
modernen Hängelampen verleihen dem Raum einen Hauch von Eleganz.
Für mich eine der schönsten Kirchen, die ich bisher gesehen habe.

Der grünen Innenhof mit Bäumen und Skulpturen ist umgeben vom Kreuzgang. Hier machte ich eine kleine Pause und befreite einen Schmetterling, der in einem Spinnennetz gefangen war.


Bienensegen und andere Kuriositäten
Um das ehemalige Benediktinerkloster herum befindet sich der Domhof. Ein begrüntes Grundstück mit Friedhof und Löwenstatue. Hier habe ich eine Art Gedenkstätte für Bienen entdeckt. Daneben ein „Bienensegen“ aus dem 9. Jahrhundert. Liebs.

An das Grundstück angrenzend steht ein kleines Kreismuseum. Ein Teil der Ausstellung befindet sich außerhalb des Gebäudes. Der Zugang zu dem ehemaligen Stall ist kostenfrei. Dort wird gezeigt, wie früher in der Gegend, dem Handwerk nachgegangen wurde. Als ich da war, war das Museum gerade geschlossen und nur der Stall auf. Außer mir war niemand da.
Die Szenen im Stall werden mit Schaufensterpuppen dargestellt. Für mich hat das immer etwas unheimliches. Es war aber trotzdem interessant und liebevoll gestaltet.
Der Stadtkern mit Einkaufsmöglichkeiten wirkte in der Nebensaison etwas ausgestorben und karg, dafür hatte ich aber meine Ruhe und konnte ganz entspannt stöbern.

Geheimtipp im Wald – Das Farchauer Mühlencafé
Ein Geheimtipp ist für mich noch ein kleines Café auf dem Festland im Wald.
Das Farchauer Mühlencafé ist einer meiner Lieblingsorte in Ratzeburg.
Nach einem Spaziergang zwischen See und Wald kommt man hier an dem alten Mühlengrundstück an. Das Café ist total gemütlich eingerichtet. Warm und natürlich mit Sofas, Kamin und Korbsesseln.
Es gibt eine große Auswahl leckerer Kuchen und guten Cappuccino.
Im Sommer scheint der bestuhlte Garten ein toller Ort zu sein, um den Blick auf den See zu genießen.

Auch ein Restaurant mit saisonaler Küche und Übernachtung gibt es hier.
Sollte es dir möglich sein, verbinde den Besuch des Cafés unbedingt mit einem Spaziergang. Es gibt so tolle Fotomotive entlang des Sees und im Wald.
Und was ist besser nach körperlicher Bewegung und Herbstwetter als ein heißer Kaffee und ein süßes Stück Kuchen.

Ich kann dir Ratzeburg & Umgebung auf jeden Fall sehr empfehlen.
Gerade wenn es kälter wird, findest du hier gemütliche Herbstvibes, Kultur, Geschichte und viel Natur.
Lust auf Natur bekommen? Dann findest du hier die perfekt Unterkunft!
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