Wie du mit dem Wandern anfängst – Schritt für Schritt
Wandern klingt oft nach Alpenpanorama, Trekkingrucksack und Höhenmetern. Aber damit musst du gar nicht anfangen. Du brauchst keine spezielle Ausrüstung, keine Topform und auch keine 5-Stunden-Strecke.
Wenn du wandern willst, fang einfach an – mit dem, was du hast. Und mit einer Strecke in deiner Nähe. Viele lassen sich davon ablenken, was sie alles vorher brauchen oder erledigen müssen. Schraub deine Erwartungen runter, und fang klein an. Je weniger Hürden, desto wahrscheinlicher ist es, dass du es wirklich machst. Weiter, höher, länger kommt mit der Zeit.
Was bedeutet überhaupt Wandern – und wo fängt es an?
Wandern ist mehr als Spazierengehen – aber es geht auch nicht um sportliche Leistungen. Es geht darum, dich draußen zu bewegen, Wege zu entdecken, die du mit dem Auto nicht erreichen würdest, zur Ruhe zu kommen und bewusster wahrzunehmen, was um dich herum passiert.
Beim Spazieren läuft man eher gemächlich und ohne konkretes Ziel. Wandern ist meist aktiver. Nicht schneller im Sinne von Tempo, aber strukturierter: Die Strecken sind länger, die Bewegung bewusster. Schnelleres Gehen mit sportlichem Ziel nennt man dann „Walking“ – das ist eine andere Kategorie.
Eine Wanderung beginnt oft bei rund 3 km oder etwa einer Stunde Gehzeit. Aber es geht nicht darum, besonders weit zu kommen. Es geht darum, unterwegs zu sein – und dabei Spaß zu haben.
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Welche Strecke ist am Anfang sinnvoll?
Wenn du mit dem Wandern anfangen willst, such dir eine Route, bei der die Wahrscheinlichkeit, dich zu verlaufen, gering ist. Rundwege sind ideal – am besten ohne viele Abzweigungen oder starke Steigungen. Wenn du dich wohler fühlst, starte in der Nähe deines Zuhauses oder erweitere einfach eine Strecke, die du schon vom Spazierengehen kennst.
Du kannst auch pragmatisch denken: Wenn du sowieso jemanden besuchen willst oder etwas zu erledigen hast, nutze den Weg dorthin als Wanderstrecke. Ist der Rückweg zu weit, plan öffentliche Verkehrsmittel ein.
Spontan loslaufen geht auch – aber ein bisschen Planung hilft, Frust zu vermeiden. Nichts ist demotivierender, als auf einem verlassenen Industriegelände zu landen und umdrehen zu müssen.
Was gut funktioniert:
- Rundwanderwege im Naherholungsgebiet
- Kurze Abschnitte auf bekannten Fernwanderwegen
- Naturpfade oder Waldwege mit guter Ausschilderung
App-Tipp für Einsteigerinnen
Komoot (Routen mit Bewertungen, Schwierigkeitsgrad, Offline-Funktion)
Outdooractive (gut für einfache Touren, auch Rundwege)
maps.me (leicht, offlinefähig)
Google Maps (für Orientierung + Bushaltestellen, weniger für reine Wanderwege)
So planst du deine erste kleine Wanderung
Wenn du eine Strecke gefunden hast, mit der du dich wohlfühlst, wähle einen passenden Tag mit genügend Zeit. Wenn du das längere Gehen nicht gewohnt bist, plane lieber eine kürzere Route. Du kannst dich später immer noch steigern.
Wichtig ist: Es soll dir nicht zu viel abverlangen, sondern Lust auf mehr machen.
Starte früh genug, damit du nicht unter Zeitdruck kommst. Du willst nicht verschwitzt und gestresst irgendwo ankommen, weil du die letzten Meter rennen musstest.
Schau dir das Wetter an – nicht nur Regen, auch Sonne und Wind. Klatschnass loszulaufen ist genauso unangenehm wie bei Hitze oder starkem Gegenwind unterwegs zu sein.
Lade eine Offline-Karte herunter, z. B. Komoot oder maps.me. Für viele bekannte Strecken reicht auch Google Maps, auch wenn dort Wanderwege nicht speziell ausgewiesen sind. Eine Offline-Karte hilft, wenn der Empfang schlecht ist – was in deutschen Wandergebieten häufig vorkommt.
Sag jemandem Bescheid, wohin du gehst und wie lange du brauchst. Das gibt dir auch selbst mehr Sicherheit.
Plane Pausen ein – auch wenn du nur 1,5 Stunden unterwegs bist. Du willst Ausblicke genießen oder Fotos machen, ohne auf die Uhr zu schauen.
Das brauchst du wirklich – und was nicht
✔ Packliste für Einsteigerinnen:
Bequemes geschlossenes Schuhwerk:
Du brauchst für einen anspruchslosen Rundweg keine Profi-Wanderschuhe aber bitte auch keine Flipflops oder dünn besohlte City-Sneaker – auch wenn sie stylisch sind.
Ansonsten sind schmerzende Füße und Blasen vorprogrammiert.
Ich persönlich nehme für solche Strecken am liebsten sehr leichte, luftdurchlässige Laufschuhe* mit federner Sohle.
Wasserflasche:
Leicht und idealerweise nachfüllbar (Super, wenn es auf der Strecke eine Möglichkeit gibt deine Flasche nachzufüllen). Für den Anfang reicht was du da hast aus, wenn das Wandern zur Gewohnheit wird darfs auch was bessers werden.
(Ich nehme am liebsten meine Thermoflasche von SIGG* (0,75 Liter) die ist sehr leicht, hält kühle Getränke lange kalt und beim Winterwandern den Tee warm.)
Kleiner Snack (z. B. Nüsse, Banane):
kein dickes Vesper das du rumschleppen musst und danach so voll bist das du dich am liebsten nach Hause rollen würdest. Ich liebe Müsliriegel.
Bequeme Kleidung:
Leichte Jacke mit Kapuze gegen Regen.
Nichts, das rutscht, reibt oder einschnürt.
Sonnenbrille / Sonnencreme:
Ich vergesse ständig meine Sonnenbrille und das nervt extrem, denn auch der bewölkte HImmel ist nicht zu unterschätzen und der Wind blässt Staubkörnchen durch die Gegend.
Sonnenschutz sollte man sowieso grundsätzlich immer auftragen wenn man das Haus verlässt. Ich habe eine Gesichtscreme* die schon UV -Schutz beinhaltet. Für den Körper nehme ich dann noch ein Pumpspray mit. Nachcremen nicht vergessen.
Powerbank* und/oder voll geladenes Handy:
Für Personen die gerne Fotos machen, aber auch für Notfälle und Karten.
Taschentücher:
Die Nase läuft vom Wind, Schweiß im Gesicht, Staub auf der Kamera – immer praktisch.
Kleiner Rucksack oder Crossbody-Tasche: Bequem zu tragen, nichts, was rutscht oder einschneidet (Jutebeutel und Handtaschen sind eher unpraktisch).
✘ Nicht nötig:
Wanderstöcke (außer bei Gehproblemen oder anspruchsvollem Gelände)
Komplette Outdoor-Ausrüstung: Du willst nur eine kleine Wanderung machen kein Survivaltrainig.
GPS-Gerät: Für normale Wanderungen reicht dein Smartphone völlig – einfacher, günstiger und mit Offlinekarten ausgestattet.
Großer Rucksack: Du brauchst kein Gepäcklager – ein kleiner Rucksack reicht für alle Basics.
→ Hier findest du meine komplette Packliste als PDF
Was tun, wenn du dich unterwegs unsicher fühlst?
Unsicherheit ist normal – vor allem beim ersten Mal allein.
Deshalb, wenn du mit dem Wandern anfängst: lieber kürzer als zu lang. Lieber vorher abspeichern als hoffen. Und: umkehren ist keine Schwäche!
Weg unklar? Stehenbleiben, durchatmen, Karte checken.
Schwächegefühl? Pause machen, Snack essen, entscheiden, ob du umdrehst.
Komische Situation? Vertraue deinem Bauchgefühl. Abstand halten, zügig weitergehen, eventuell jemanden anrufen.
➤ Hier geht’s zu: „Sicher wandern als Frau – Tipps für unterwegs“
Fazit: Du brauchst keine Ausrüstung. Nur Lust, loszugehen.
Wandern ist kein Wettbewerb.
Du musst nicht „gut“ wandern – du musst dich nur daran gewöhnen, draußen unterwegs zu sein.
Allein, im eigenen Tempo, ohne Erwartungen von außen.
Und wer einmal mit dem Wandern angefangen hat, will meistens mehr.
Was hat dich besser vom Losgehen abgehalten?
Schreib’s gerne in die Kommentare.
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