Palma alleine entdecken – ein Spaziergang durch die Altstadt
Ein Tag ohne Plan: Einfach loslaufen, einfach erleben.
Es gibt diese Reisetage, an denen man keine Lust auf Sightseeing hat. Keine Lust auf Zeitpläne und vorgegebene Routen. Man möchte einfach nur los, mittendrin sein und sich treiben lassen. Schlendern, beobachten und dabei spontan entscheiden welchen Weg man einschlägt. So einen Tag hatte ich in Palma und beschloss deshalb einen Spaziergang durch die Altstadt zu machen. Und dazu möchte ich dich mitnehmen.
Frühstück mit Blick in die Backstube: Panadería S’Estació
Als ich am Morgen durch die großen Glastüren des Ca n‘ Alexandre-Turismo de Interior nach draußen trete, bin ich sofort von Stadtgeräuschen umgeben.
Entfernte Motorengeräusche und das Summen von Lüftungsanlagen mischen sich dabei mit dem Stimmengewirr von den Menschen, deren Tag schon längst begonnen hat. Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Ich kann förmlich spüren wie die Nachtkühle langsam der Wärme weicht. Ich überquere die Straße, um wieder durch Glastüren zu treten. Diesmal ist es das Klappern von Geschirr und das Geräusch der Kaffeemaschinen, die sofort in meine Ohren dringen. Der Duft von frischen Backwaren und Kaffee umgibt mich. Vor mir eine Glasauslade mit bunt dekorierten Kuchen und köstlich aussehendem Gebäck. Schließlich fällt mein Blick auf den Boden. Er besteht nicht aus Holz oder Fliesen, sondern aus Glas. Unter mir ein Mann in Bäckerkleidung, der Teigkugeln formt. Ich befinde mich in der Panaderia S’Estacio.
Panaderia S’Estacio.
| Die Panaderia S’Estacio ist eine beliebte Bäckerei und Konditorei die unter anderem typisch mallorquinische Backwaren herstellt und verkauft. Besonders bekannt ist sie zudem für den Glasboden vor dem Tresen. Hier kann man einen Blick in die Backstube werfen und die Zubereitung der Backwaren live verfolgen. |
Mit meinen auswendig gelernten spanischen Sätzen bestelle ich mir ein Coca de Patata und einen Milchkaffee.
Coca de Patata
| Coca de Patata – ein typisches mallorquinisches süßes, luftiges Gebäck, das aus Kartoffeln, Eiern und Zucker besteht. |
Ich suche mir einen Tisch im schmalen Obergeschoss und genieße das süße Gebäck und den heißen Kaffee während ich die Menschen auf der Straße durch ein Fenster beobachte.


Café-Tipp: Panadería S’Estació
📍 Lage: Carrer del Sindicat, Palma Altstadt
🥐 Besonderheit: Glasboden über Backstube & typisch mallorquinische Backwaren
✨ Atmosphäre: Gemütlich, Sitzplätze im OG perfekt für Solo-Frühstück oder Pause
Ein Spaziergang durch Palmas charmante Altstadtgassen
Zufrieden und gestärkt kehre ich schließlich wieder ins Leben zurück und schlage die grobe Richtung „Richtung Meer“ ein. Ich schlendere dabei durch schmale Gassen mit sandfarbenen Alstadthäusern, ihren kleinen Balkonen an den Häuserfronten und bröckelndem Putz. Irgendwie gehört das zum Charme und
gerade dadurch stechen die meist von Gittertoren verschlossenen Innenhöfe noch mehr hervor. Durch das Metall hindurch erhasche ich immer wieder einen Blick in diese kleinen grünen Oasen. Großblättrige Pflanzen bieten Schatten und „filtern“ dabei sanft die Sonnenstrahlen. Man kann sich richtig vorstellen wie angenehm und wohltuend ihr Schatten vor allem an heißen Sommertagen sein muss.

Für unsere Augen ungewöhnlich, fallen mir die sehr chaotisch wirkenden Stromleitungen an den Außenseiten der Häuser auf, die wild über die Straßen gespannt sind. Ein deutscher Elektriker würde hier sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, trotzdem scheint es zu funktionieren.
In den größeren Gassen reihen sich die höheren Häuser mit toll gestalteten Fassaden im Stil des Modernisme (der katalanischen Variante des Jugendstils) aneinander. Hier finden sich die verschiedensten Läden. Zum Beispiel vom Kiosk, in dem es Getränke, Snacks und Zahnpasta zu kaufen gibt, bis hin zu Mode- und Einrichtungsgeschäften. Die Wintersaison lohnt sich vermutlich nicht für die touristischeren Geschäfte, weshalb auch einige Läden geschlossen sind.

Immer wieder begegnen mir auch bunt angemalte Container. Hier wohnen die Strassenkatzen Palmas. Gespendet und instandgehalten von einer Tierhilfsorganisation, damit die Katzen im Inneren der Container Ruhe und Schutz vor Sonne und Wetter finden können.

Von der Kathedrale zur Promenade – mit Blick auf das Blau
Mir weht eine Brise entgegen, es riecht nach Meer. Daher kann es nicht mehr weit sein.
Immer wieder lande ich auf kleinen Plätzen mit besonderen Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel dem Platz „Plaça de Cort“ auf dem ein über 500 Jahre alter Olivenbaum steht oder die Kirche „Església de Santa Eulàlia“ mit ihrer schlichten und denoch detailreichen Fassade, die mir einen Vorgeschmack auf die Kathedrale gibt.
Und dann sehe ich die sandsteinfarbene Türme durch den schmalen Streifen Himmel in der Gasse Carrer de Sant Bernat. Am Ende eine riesige Sandsteinmauer vor mir. Die Kathedrale „ La Seu“ ragt in den Himmel. Während ich um sie herum gehe werde ich mit sehr beeindruckenden Ausblicken belohnt. Auf der einen Seite: Die riesigen sandsteinfarbenen Pfeiler die in den Himmel ragen im Kontrast zum strahlend blauen Himmel.

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Auf der anderen Seite der Blick Richtung Meer.
Von der erhöhten Terrasse aus schweift mein Blick über einen Weg auf einer breiten Mauer, auf deren Brüstung Menschen sitzen, lesen während sie die Sonne genießen – über den darunterliegenden grünen Park, der von einem Wasserbecken durchtrennt wird – dahinter der Verkehr gesäumt von hohen Palmen – und schließlich das tiefblaue Meer.
Am Horizont tummeln sich die großen Kreuzfahrtschiffe. Wie groß sie sind wird mir erst jetzt bewusst.

Nachdem ich den Ausblick in mich aufgesogen habe, mache ich mich auf den Weg hinunter und durch den Park. Bevor es hinab geht, gehe ich nochmal kurz um die Ecke und schaue mir den Haupteingang mit seinem berühmten Rundfenster an, das zu bestimmten Zeiten im Inneren ein besonderes Farbspiel auslösen soll. Der Eingang über und über mit Rundbögen, Figuren und anderen Dekorationen verziert. Man könnte ewig damit verbringen, sich jedes Detail anzuschauen, doch das Meer ruft mich.

Während ich durch den Park gehe, muss ich immer wieder zurückblicken und die Kathedrale La Seu im Sonnenschein bestaunen. Sie steht da, hell, riesig und erhaben. Alles scheint nach oben zu streben.

Falls du die Kathedrale „La Seu“ von Innen sehen möchtest:
📍 Ort: Direkt an der Küste im Herzen von Palma
🛠️ Erbaut: Ab 1229, fertiggestellt im 17. Jahrhundert
🌟 Besonderheiten:
• Gotisches Rundfenster mit spektakulärem Lichtspiel
• Museum & moderne Kapelle von Miquel Barceló
• Aussichtsterrasse mit Meerblick
🕒 Öffnungszeiten: variieren je nach Saison
💰 Eintritt: ab ca. 10 € (Erwachsene)
👉 Offizielle Infos: Kathedrale La Seu Website
Strandgefühl in Palma – Platja Ca’n Pere Antoni
Ich überquere die Straße und lande an der Promenade. Ich wende mich nach links und laufe vorbei an modernen Standbars mit Musik. Vorbei an Felsen und Steinbänken. Was mir positiv auffällt, sind die vielen Sitzmöglichkeiten entlang der Promenade und der gut abgetrennte Fahrradweg.
Nachdem ich mich in einer der Strandbars nochmal mit einem Getränk gestärkt habe geht es nun weiter an den Strand Platja Ca’n Pere Antoni.
Sofort ziehe ich mir die Schuhe aus und genieße den warmen Sand. Das Wasser im Vergleich eiskalt, aber das stört mich nicht, denn ich bin nicht zum Baden hier.
Ich kann nur erahnen wie voll der Strand zur Sommerzeit sein muss, mit den riesigen Hotelanlagen hinter mir. Auch die verlassenen Rettungstürme zeugen davon. Ich genieße die Ruhe. Alle paar Minuten joggt jemand vorbei, geht spazieren oder legt sich einfach nur in die Sonne.
Und trotzdem habe ich immer viel Platz und kann abschalten während die Wellen vor mir rauschen.


„Pa amb oli“, Wein und ein Lächeln zum Tagesausklang
Irgendwann bekomme ich Hunger und mache mich schließlich auf den Rückweg. Ein letzter Blick auf die Kathedrale, die majestätisch in der Sonne leuchtet, hinter ihr das Tramuntana-Gebirge.

Etwas weiter ab tauche ich wieder in die Altstadt ein. Ich suche mir eine gemütliche Vinothek und bestelle mir ein Pa amb oli – „Brot mit Öl“, das wohl einfachste und zugleich typischste Gericht Mallorcas: geröstetes Brot, mit Knoblauch und Olivenöl eingerieben, dazu mallorquinische Wurstsorten, Serrano-Schinken, auf Wunsch Käse und dazu ein paar frische Tomaten. So schlicht. So gut. Herzhaft und trotzdem nicht zu schwer – ein Gericht, das man in vielen Vinotheken und traditionellen Bars in Palma findet.

Satt und zufrieden kehre ich in mein Hotelzimmer zurück.
Dies war nur ein kleiner Teil von Palmas wunderschöner Altstadt. Ich möchte auf jeden Fall wiederkommen, um noch mehr zu entdecken.
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